50 Jahre Unterschied.

Der Hochschulinformationstag in Köthen bringt unterschiedliche Menschen auf den Campus der Hochschule Anhalt: Schülerinnen und Schüler, Eltern, Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Alumni. Am 13. Juni kam Gerda Hättasch, um ihre Ehrenurkunde zum 50-jährigen Jubiläum ihres Abschlusses entgegenzunehmen und Studienfreunde zu treffen. Nancy Knaust führte Interessierte durch die Halle 62 und erklärte, wo sie arbeitet und woran. #AngewandteForschung

 

Beide erzählen, was sie aus ihrer Studienzeit in Köthen mitgenommen haben.

 

1975 schließt Gerda Hättasch in Köthen ihr Studium im Chemieanlagenbau ab. Als Frau einen technischen Studiengang zu wählen, war damals keineswegs selbstverständlich. Später kehrt sie als Lehrende an den Hochschulstandort Köthen zurück und unterrichtet Konstruktionstechnik.

 

Rund 50 Jahre später studiert Nancy Knaust ebenfalls in Köthen – heute Standort der Hochschule Anhalt – zunächst Pharmatechnik, dann Prozesstechnik. Heute arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Frage, wie industrielle Prozesse elektrifiziert und nachhaltiger gestaltet werden können. #Verfahrenstechnik

 

Zwischen beiden Lebensläufen liegen fünf Jahrzehnte. In dieser Zeit haben sich Studiengänge, Forschungsthemen und technische Möglichkeiten grundlegend verändert.

 

1971 wurden in Köthen Anlagenbau, Verfahrenstechnik und Sozialistische Betriebswirtschaftslehre angeboten. Heute prägen Ingenieurwissenschaften mit unterschiedlichsten Schwerpunkten das Profil des Standorts.

 

Auch die Arbeitswelt hat sich verändert. "Zu meiner Zeit war noch nicht selbstverständlich, als Frau einen solchen technischen Abschluss zu machen. Aber Mathematik hat mich schon immer interessiert und ich wollte es unbedingt schaffen", sagt Gerda Hättasch. "Für mich war weniger die Frage, ob ich etwas Technisches mache, sondern eher was. Und ich bin sehr dankbar, dass ich an der Hochschule meine beruflichen Ziele und mein Familienleben so gut vereinbaren konnte", sagt Nancy Knaust.

 

Trotz der unterschiedlichen Lebensläufe teilen Gerda Hättasch und Nancy Knaust auch gemeinsame Erfahrungen: Beide sprechen von einer Zeit mit hoher fachlicher Qualität, engagierten Lehrenden und einer Atmosphäre, die von gegenseitiger Unterstützung geprägt war. Das war ein Grund, warum sie die Begeisterung für technische Fragestellungen in ihr Berufsleben mitgenommen haben. Am Hochschulinformationstag wurde diese Verbindung von Tradition und Gegenwart für einen Tag sichtbar. #WissenschaftErklärt